
Geschichtenerzähler:in gesucht
Silvia Talmon
Geschäftsführerin | the Retail Experience
Ich mache einmal pro Woche eine Stunde Kaffeepause mit einem Menschen, den ich noch nicht kenne.
Alle zwei Wochen lassen wir in unserer Retail-Kolumne Handelsexperten und Branchen-Insider zu Wort kommen, um durch deren Augen eine persönliche Perspektive auf aktuelle Retail-Themen einzufangen. Abonnieren Sie unsere Retail-Kolumne als Newsletter, um keine Meinung zu verpassen!

Ich mache einmal pro Woche eine Stunde Kaffeepause mit einem Menschen, den ich noch nicht kenne.

Wie entwickeln sich Gehälter, Benefits und Schlüsselrollen im Einzelhandel 2026? Eine fundierte Einordnung zu Talent, Vergütung, Employer Branding und Zukunftsfähigkeit im Retail.

Liebe Händler:innen, Markenaufbau ist kein Sprint. Sondern ein Langstreckenlauf mit vielen Tempowechseln. In einer Zeit, in der Kund:innen zwischen Preis, Purpose und Erlebnis pendeln, entscheiden drei Faktoren langfristig über Relevanz im Handel: Glaubwürdigkeit, Wirksamkeit und ein echtes Markenerlebnis.

In einer Zeit, in der Märkte sich schneller drehen, Unsicherheiten zunehmen und unternehmerisches Handeln zunehmend komplexer wird, braucht es mehr als einen starken operativen Arm. Es braucht Reflexion, strategische Weitsicht und den Mut, sich beraten zu lassen. Genau hier kommt der Beirat ins Spiel: als unabhängiger Sparringspartner, als Impulsgeber und als verlässliches Korrektiv an der Seite der Unternehmensführung.
Warum ein Beirat?…
Gerade im Mittelstand, besonders in eigentümergeführten Unternehmen, wird der Beirat zunehmend zu einem strategischen Erfolgsfaktor…

Jung, innovativ, vielversprechend - in Regalreihe 27 unten links - Warum viele Handelsketten Startups lieben, aber nicht leben.
Liebe Händler:innen,
wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Beispiele wie SportScheck, Görtz und Galeria zeigen es: Schrumpfende Umsätze und abwandernde Kund:innen sind keine Zufälle, sondern Symptome.
Was fehlt in den Regalen? Frische Ideen und Innovationen. Startups bringen beides. Sie erreichen Zielgruppen, die verloren gingen. Doch der Handel winkt ab: „Kommen Sie wieder, wenn Sie groß sind.“
Kleiner Spoiler: Wenn sie groß sind, kommen sie nicht mehr. Dann sitzen sie beim Wettbewerb, der sie ernst genommen hat – als es noch Mut statt Metriken brauchte.
Startups mit Konzernmaßstäben zu messen und zu erwarten, dass sie große Budgets auf den Tisch legen, führt zu Frust. Startups ...

Warum der Handel jetzt handeln muss
Als ich mit meiner Doktorarbeit zum Thema KI, Retail Media und Hochpreisstrategien im Lebensmitteleinzelhandel begann, war der Begriff „Retail Media“ in Deutschland noch ein Nischenphänomen. Heute ist er omnipräsent, zwischen Konferenzbühnen, Branchennews und Investment-Pitches. Retail Media ist der vermeintliche Heilsbringer: das neue große Erlösfeld für Händler, das Marketingtool für Marken, der Hoffnungsträger in markenschwachen Handelszeiten. Doch wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo zwischen Hype und Realität.

In einer Welt, in der fast alles jederzeit online verfügbar ist, reicht es längst nicht mehr, Produkte nur schön zu präsentieren. Für mich entscheidet heute etwas anderes: Wie fühlt sich ein Ort an? Will ich da bleiben? Komme ich wieder? Was bleibt, wenn alles verfügbar ist? Vor ein paar Wochen war ich auf einem Event in Berlin – adidas hat ein Pop-up-Event während des Halbmarathons veranstaltet.

Wenn ich mich in der Welt des Einzelhandels umschaue, sehe ich eine Branche im Aufbruch. Stores werden zu Erlebnisorten, Marken hinterfragen ihr Selbstverständnis, und Kund:innen erwarten mehr als nur Produkte – sie suchen Sinn, Verbindung und Inspiration. Dieser Wandel fordert uns alle heraus. Er bringt Unsicherheit, ja. Aber auch unendlich viele Möglichkeiten. In meinem früheren Berufsleben bei L’Oréal, Carrefour oder zuletzt bei IDKIDS habe ich hautnah erlebt, wie stark sich der Handel in den letzten Jahren verändert hat. Es war nie nur ein Wechsel der Tools – es ging immer auch um einen Kulturwandel. Und heute spüre ich, dass diese Transformation auch die Welt der Messen erreicht hat. Vielleicht sogar erreichen muss. Messen dürfen nicht mehr nur Schaufenster sein.
Seit ich Maison&Objet leite, beschäftigt mich eine zentrale Frage: Was erwarten Marken, ...

Wir sprechen viel über digitale Tools, über KI, über Retail Media und Omnichannel – aber was wir viel zu selten ehrlich besprechen: Wie schwer echte Veränderung wirklich ist. Und wie wenig davon mit Technologie beginnt. Denn ob ein neues Tool funktioniert, hängt nicht nur von dessen Features ab, sondern fast immer davon, ob ein Unternehmen bereit ist, sich zu verändern.

„Seid ihr sicher, dass ihr das machen wollt?“
Diese Frage höre ich oft, wenn ich von unserem Gründungsweg erzähle.
Manchmal mit ehrlichem Interesse, manchmal mit hochgezogener Augenbraue.
Und ganz ehrlich – manchmal frage ich mich das selbst. Denn ein Start-up im
Einzelhandel zu gründen, mitten in wirtschaftlich turbulenten Zeiten, ist definitiv
keine Entscheidung aus dem Lehrbuch. Es ist ein Spagat zwischen Idealismus
und Realität, zwischen Bauchgefühl und Businessplan.

It takes two to Tango – Ich bin ein Messetier. Ausgerechnet mir die Frage nach der Zukunft des Messeformats zu stellen, ist fast schon provokant. Wobei, ich liebe diese Frage. Auf gefühlt jeder der Messen, die ich besucht habe – und es sind einige, wurde sie mir lauernden Blickes gestellt. Und was soll ich sagen: Dazu gibt es genau zwei Meinungen. Ich gehöre ganz klar zum Team „Märkte brauchen Messen“. Die Formate allerdings müssen mit der Zeit gehen, sonst gehen sie mit der Zeit.

Wie ist es, im Handel zu arbeiten? „Fantastisch!“ – Diese Antwort kommt mir wie aus der Pistole geschossen. Nicht, weil ich nichts anderes sagen könnte, sondern weil es wahr ist. Der Handel war für mich immer eine Branche voller Möglichkeiten – und Herausforderungen. Rückblickend denke ich an meinen ersten Tag bei H&M. Ich war 19 Jahre alt, schüchtern, trug eine Zahnspange und war weit entfernt von dem, was man einen „Leader“ nennt. Ganz zu schweigen, von dem Mindset, den man auf der Fläche im täglichen Kundenkontakt mitbringen muss. Doch genau das war der erste Schritt: Rausgehen, lernen, machen. Im Handel zählt das Tun. Handel ist Wandel, die oft genutzte Phrase ist genau deshalb zu einer geworden, weil sie wahr ist. Man darf nicht stehen bleiben und muss sich weiterentwickeln.
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