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09. Januar 2024 | Wir schließen! Räumungsverkauf! Alles muss raus!

Optimismus in herausfordernden Zeiten…

Ich will nichts mehr davon hören! Mag darüber nicht mehr reden! Von 2023. Diesem Totengräberjahr der guten Stimmung bei den Konsumenten und den diese versorgenden Händlern gleichermaßen. Da wollten wir doch alle nach den so sonderbar hinter Masken versteckten Gesichtern der schon sehr speziellen Jahre 2020-2022 solide in 2023 durchstarten. Wollten speziell im Handel die wiederkehrenden Massen an Kunden in unseren Läden begrüßen, egal ob als digitale Shopper oder von manchen noch viel dringender erhofft als Kunden aus Fleisch und Blut in den zunehmend verwaisten Läden der Innenstädte. Nach dem Lieferkettendebakel zuvor waren zumindest die Produkte allesamt wieder da, Social Media war in der Breite als neuer Kommunikationskanal zum Kunden hin entdeckt worden und mit staatlichen Geldern aus dem kollektiven Säckel wurden sogar die Vinylböden der nochmal-gerade-eben-so geretteten Kaufhaus-Dinos gewienert. Dann kam 2023. Bumm! Autsch. Bauchlandung!

Gestern standen wir am Abgrund. Heute sind wir einen Schritt weiter!

Moratorien ausgelaufen, Zinsen außer Rand und Band, Energiekosten volatil, Fachkräftemangel und überhaupt: Sorgen, Krieg und Krisen an zu vielen Orten und in den meisten Köpfen. In der Summe aller Dinge für viele Retailer sogar das letzte Jahr ihrer Existenz, darunter traf es ungewöhnlich oft auch vormals wohlklingende Namen. Von rekordverdächtigen 9.000 geschlossenen Ladentüren in 2023 ist die Rede, in Deutschland alleine, wobei auch die als Absatzmärkte oft wichtigen Nachbarländer kaum besser wegkamen. Man sieht es auch, kann es gar nicht übersehen: In so gut wie jeder Fußgängerzone, in fast jedem Shopping-Center als zugeklebte Scheiben geschlossener Ladenflächen mit dem zumeist untauglichen Versuch, auf die „baldige Neueröffnung“ hinweisend so etwas wie opportunistische Zuversicht aufkommen zu lassen. Das chronisch siechende Warenhaus-Konzept wiederum liegt unter einem Scherbenhaufen eingestürzter Immobilien-Finanzierungsluftschlösser und es bedarf schon einigen Optimismus, um angesichts der Summe an strukturellen und konjunkturellen Herausforderungen ohne Galgenhumor in das Handelsjahr 2024 zu blicken.

Neuer Wein in neuen Schläuchen… schmeckt!

Dabei gibt es gute Gründe dafür, zuversichtlich zu sein und damit meine ich nicht das typisch kölsche Schwadronieren vom „et hätt noch immer jot jejange“. Nein, ich sehe tatsächlich sehr vielversprechende Erfolgsgeschichten und enormes Potential in der Retail Start-up-Szene. Dort, wo halb unbedarft, halb visionär, die Zukunft des Handels neu gedacht wird, ja sogar gedacht werden muss, wo eben keine Altlasten in den Bilanzen oder den Verträgen oder den Prozessen schlummern, sondern bewusst „neu“ gedacht werden darf. Erstaunlich und erfreulich dabei: Oft treffe ich auf Vertreter der viel-gescholtenen Gen-Z, die so gar nicht dem gerne kolportierten Bild der „arbeitsfaulen“ und sich primär selbst optimierenden Generation entsprechen, sondern mit ihrem Enthusiasmus und Engagement überzeugen und mitreißen. Weil sie verändern wollen, weil sie verändern müssen, verändern sie, gehen als prägende Vorbilder voran, wozu es oft Mut braucht. Beispiele finden sich im Mainstream, ebenso wie in den Nischen. So sind vegane Produkte zwar längst allgegenwärtig, aber einem Klassiker wie dem seit Jahrzehnten so geliebten cremigen Schmelz von Milchspeiseeis die Sahne wegzunehmen und rein vegan basierend ein geschmacklich und
sensorisch optimales Produkt zu kreieren, ist schon eine reife Leistung, mit der mich in diesem Jahr die Gründerin einer veganen Eismarke beeindruckt hat. Ein anderes Beispiel ist ein gänzlich neuer Ansatz, Kinder wieder mehr zum aktiven Lesen zu bewegen und dabei auch für den Handel eine neue Kategorie zu schaffen – mein aktuelles Lieblingsprojekt… stay tuned…!

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

Ich sehe jedenfalls als Business Angel mehr Optimismus unter Gründern mit handelsnahen Geschäftsmodellen, als man vielleicht vermuten würde und kann nur einladen, sich von diesem faszinierenden Ökosystem der Start-up-Entrepreneure und ihrer Begeisterungsfähigkeit selbst in Zeiten der Krise anstecken zu lassen. Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass in der Tat Frühphasenfinanzierungen aktuell schwieriger sind, dass Bewertungen am Boden liegen und Kunden selektiver als zuvor konsumieren. Dennoch wird konsumiert, nur anders, was wiederum Raum schafft für neue Konzepte, für neue Positionierungen, für neue Preismodelle, für neue Formen des Community-Aufbaus und der Kommunikation mit den Kunden. Blick nach vorne heißt die Devise! Falls jemand tiefer eintauchen oder sogar mal mit mir gemeinsam investieren oder sich anderweitig für neue Geschäftsmodelle engagieren möchte, sozusagen als „Gute-Laune-Pille“ gegen den Alltagsfrust: Gerne melden!

Ich freue mich auf Reaktionen!

Unser heutiger Kolumnist
Christian Lindner

Business Angel, Start-up Mentor, Management Coach, Beirat

Als Gründer und Vorstandsvorsitzender der Retailo AG hatte Christian Lindner ab 2007 den Markt für Gutscheine im Handel durch die Einführung der heute allgegenwärtigen elektronischen Gutscheinkarten und deren POS-Vertrieb über zehntausende Gutscheinkartenregale und Online-Plattformen disruptiert und eine bis heute überaus erfolgreiche neue Warengruppe in den Multi-Channel-Einzelhandel eingeführt. 2013 verkaufte er das Unternehmen an Blackhawk (ehem. NASDAQ: HAWK) aus dem Silicon Valley, USA und blieb bis 2019 als Geschäftsführer. Nach einer zwischenzeitlichen Station im Executive Search als Partner für die Digitalwirtschaft im ifp – Institut für Personal- und Unternehmensberatung war er zuletzt operativ als Geschäftsführer des globalen E-Commerce-Marktführers für personalisierte On-Demand-Produkte „The Customization Group“ (ehem. Picanova) u.a. für das Multichannel-Business mit Retail-Partnern wie Aldi und Lidl verantwortlich. Als Business Angel, Beirat und Mentor engagiert er sich heute für Start-up Unternehmen mit Schwerpunkt „Retail“ und gibt dabei seine Expertise als erfolgreicher Unternehmensgründer und Geschäftsführer weiter.

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In dieser gesellschaftlich misslichen Lage neigen wir leider auch dazu, jede Transformation zu zerreden und dass verrückterweise sowohl von denen, die die Transformation treiben wollen, also auch von denen die die Transformation stoppen wollen.

Neue Sehnsuchtsfelder bedeuten neue Marktchancen
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Na, fühlen Sie sich ertappt. Kein Wunder, das geht wohl den meisten so und es gibt ja auch eine Menge wonach man sich zurücksehnen kann.
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Man hatte als Arbeitgeber die Möglichkeit aus einer Vielzahl von Bewerbungen auszuwählen, man konnte in gewissem Rahmen Ansprüche stellen und sogar über wesentliche Punkte der künftigen Zusammenarbeit verhandeln. Aus heutiger Arbeitgebersicht das reinste Schlaraffenland.
Aber, es gibt wie immer im Leben zwei Seiten. Wer sich vor etwa 30 Jahren selbst beworben hat musste Gas geben, auch mit gutem Ausbildungsabschluss und klarem Fokus auf das was man beruflich erreichen möchte, waren die Hürden hoch den Traumjob zu ergattern. Eine Vielzahl von Konkurrenten machte einem das Leben schwer, oft wurden Kompromisse eingegangen, um beruflich erst einmal Fuß zu fassen. Das war einmal.

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Früher sind unsere Eltern in einen Kaufladen gegangen und kam mit einem Einkaufskorb voller Dinge und einem Lächeln wieder raus. Der Korb war voll, weil der oder die Verkäufer:in seine Kund:innen kannte. Das Lächeln entstand aus demselben Grund. Heute haben wir im Einzelhandel dieselbe Herausforderung, eine Beziehung zu unseren Kund:innen aufzubauen. Und das gleichermaßen online wie offline.

Wie ist eigentlich der Status Quo?
Wenn man Überschriften glauben soll, ist Omnichannel der heilige Gral und die Lösung für alles im Retail. Stimmt nur bedingt. Denn wie sieht Omnichannel aus?

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