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19. Januar 2021 | Schwerpunkt Strukturwandel

Corona: Turbo für den Strukturwandel

Hauptgeschäftsführer | Handelsverband Deutschland

Bei uns allen liegt der letzte Einkaufsbummel wahrscheinlich eine Weile zurück. Das Stöbern im Buchladen um die Ecke, das Anprobieren im Modegeschäft, das Verweilen in der Innenstadt. In den vergangenen Wochen und Monaten war all das nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Diese Situation hat den gesamten Einzelhandel vor neue Herausforderungen gestellt, von der örtlichen Schokoladenmanufaktur über den familiengeführten Spielwarenhandel bis hin zum Baumarkt. Und so vielfältig das Gesicht des Handels, so vielfältig sind auch die Auswirkungen der Pandemie auf die einzelnen Branchen. Viele Händler haben verheerende Umsatzeinbußen verzeichnet, stehen jetzt am Rand ihrer Existenz. Anderen wiederum hat das angepasste Einkaufsverhalten ein Umsatzplus beschert. Die Pandemie hat den Handel verändert, und das branchenübergreifend.

Das Einkaufen von heute

Leere Innenstädte, viele Pakete. Diese Bilder stehen für den Handel der vergangenen Monate. Das Einkaufen verlagerte sich in die Online-Shops und der Trend der Digitalisierung wurde beschleunigt. Während der stationäre Handel das Jahr 2020 mit einem Minus abschloss, stand im Online-Handel ein Plus von mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Einkaufen von heute ist also digitaler als noch vor einem Jahr. Verändert hat sich aber nicht nur, wie wir einkaufen – sondern auch, was wir einkaufen. Ganz oben auf den Einkaufslisten stehen Lebensmittel, Heimwerkerbedarf und Fahrräder. Weniger gefragt sind Kleidung und Schuhe. Die Pandemie hat ein Einkaufsverhalten geschaffen, das Ort und Inhalt des Einkaufs neu denkt.

Zahlreiche stationäre Händler haben diesen Trend erkannt und sich während der Pandemie mit Kreativität digital aufgestellt. Entstanden sind Online-Shops mit lokalen Angeboten, virtuelle Beratungen und Shopping-Events in den sozialen Medien. Doch eine erfolgreiche Online-Präsenz ist mit hohem Kostenaufwand verbunden, braucht zudem Expertise. Rund 60 Prozent der Händler sind daher noch nicht online vertreten.

Das Einkaufen von morgen

Die Zukunft gehört der richtigen Mischung aus digitalen Lösungen und stationärem Handel. Weder das spontane Bestellen im Internet noch die belebte Innenstadt sind aus dem modernen Handel wegzudenken. Die Kunden wollen ihren Lieblingshändler beim Surfen auf der heimischen Couch und beim Innenstadtbummel finden. Doch um sich fit für die Zukunft zu machen, brauchen viele Händler Unterstützung. Durch die Pandemie unverschuldet in Not geratene Handelsbetriebe müssen angemessene Hilfen erhalten und auf ihrem Weg in die Digitalisierung begleitet werden. Nur so können die Buchhandlung, das Modegeschäft und der Spielzeugladen weiterhin die Stadtzentren so vielfältig mitgestalten und zu attraktiven Orten der Begegnung machen.

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Denken Sie auch manchmal… …früher war vieles besser!
Na, fühlen Sie sich ertappt. Kein Wunder, das geht wohl den meisten so und es gibt ja auch eine Menge wonach man sich zurücksehnen kann.
Nehmen wir mal das Thema Mitarbeiter, oh sorry, Mitarbeitende, ich war doch gerade wieder einen Moment im Früher.
Man hatte als Arbeitgeber die Möglichkeit aus einer Vielzahl von Bewerbungen auszuwählen, man konnte in gewissem Rahmen Ansprüche stellen und sogar über wesentliche Punkte der künftigen Zusammenarbeit verhandeln. Aus heutiger Arbeitgebersicht das reinste Schlaraffenland.
Aber, es gibt wie immer im Leben zwei Seiten. Wer sich vor etwa 30 Jahren selbst beworben hat musste Gas geben, auch mit gutem Ausbildungsabschluss und klarem Fokus auf das was man beruflich erreichen möchte, waren die Hürden hoch den Traumjob zu ergattern. Eine Vielzahl von Konkurrenten machte einem das Leben schwer, oft wurden Kompromisse eingegangen, um beruflich erst einmal Fuß zu fassen. Das war einmal.

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