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22. Dezember 2023 | Rückblick 2023, Schwerpunkt NEU

2023 – Runter mit der Plörre

Das Jahr ist vorbei. Fast. Die letzten Tage und Stunden im Handel ziehen sich dahin wie Kaugummi. Oder, um bei der Überschrift zu bleiben, sind so geschmackvoll wie schaler Champagner. Was bleibt, ist die Erinnerung an das Prickeln des ersten Schluckes. Verdrängt wird der abgestandene Beigeschmack. 2023… Das Jahr hat uns mit seiner Fülle an Herausforderungen und Wendepunkten gezeigt, dass wir nur selten das bekommen, was wir erwarten. Oder gar was wir erhoffen. Der Anfang war verheißungsvoll, er schmeckte nach Aufbruch, nach Veränderung, nach Hoffnung. Alles wird besser…
Und jetzt? Keiner weiß so recht, was sich mit dem Rest im Glas anfangen lässt. Wegkippen oder runterkippen? Und dann?

Bitte keinen xten Jahresrückblick.

Bitte keine wiederholenden Analysen voller Wenns und Abers, voller hypothetischer Überlegungen, wie es hätte anders, besser laufen können.

2023 war sch…Aber: 2023 is over.
2024: Bring it on!

2024 steht für den Blick nach vorne, für etwas Neues.

NEU: ist exemplarisch, wie ein Urlaub in Afrika. Da war ich noch nie. Ich muss mich vorbereiten, ich muss Vorsichtsmaßnahmen treffen, mich schützen. Aber ich bin voller Vorfreude. Ich werde neue Sachen sehen, in eine neue Kultur eintauchen, die Eindrücke aufsaugen, mich inspirieren lassen.
Die Anreise ist hart und anstrengend, das Klima unerträglich. Nicht alles sieht aus wie im Reisekatalog oder auf den Insta-Bildern, die wir zur Vorbereitung recherchiert haben.
Wir sind mit Eindrücken und Gegebenheiten konfrontiert, die uns schockieren, die uns an unsere Grenzen bringen – physisch und emotional.
Wir wollen nicht mehr. Lieber zurück in unsere Comfort Zone, ins gemachte Nest.

Dann sind da auch die uns berührenden Erlebnisse, die uns dankbar werden lassen, die uns erden. Die uns öffnen und uns Inspiration geben. Wenn wir uns auf die Herausforderung einlassen, dann gewinnen wir an Demut, an Inspiration, an so unendlich viel Erfahrung.

Neu bedeutet Chancen zu ergreifen, Inspiration zu bekommen, lernen zu können, Neugierde zu stillen…

Auf den Handel gemünzt bedeutet diese Reise mehr als ein Reset. Neu steht für die Möglichkeit, frischen Wind in die Segel zu bekommen. Es bedeutet, Chancen zu erkennen, Potenziale zu entdecken und neugierig, spannend sowie aufregend in die Zukunft zu schauen.

Alles auf Anfang im Handel bedeutet…
In der Welt des Handels heißt „Alles auf Anfang“ für mich in diesem Jahr kein Stillstand. Im Gegenteil: Ich sehe vor allem auch die Möglichkeit, sich Zeit zu nehmen, um sich weiterzuentwickeln, Neues zu entdecken und Chancen zu nutzen. Es ist der Startpunkt für kreative Lösungen, neue Konzepte und ein vertieftes Verständnis für die Bedürfnisse der Kunden.

2023 war vor allem das Jahr der Insolvenzen. Für alle, die es betraf, war und ist das schlimm. Da lässt sich nichts schön reden – trotz des allgegenwärtigen Wunsches nach absolutem Optimismus.

Doch Insolvenzen sind auch eine Marktbereinigung. Sie schaffen Platz für Neues. Neue Konzepte, neue Ideen. Raum für Start-ups, die uns frischen Wind bringen. Diese Chancen zeigen uns, dass selbst aus vermeintlichen Rückschlägen innovative Ideen und mutige Konzepte hervorgehen können.

Wenn sich etwas dem Ende neigt, sich metaphorisch gesehen eine Tür schließt… Was bleibt?

Zeit! Für mich die Währung der Zukunft. Sie eröffnet uns Potenziale für

  • Analysephasen, für den Blick über den Tellerrand, Inspirationen und Horizonterweiterungen
  • Omnichannel und Formatstrategien für die Schärfung der Ziele, „The Reason Why“
  • Markenstrategien, für das Herausarbeiten der Vision und Mission, der Sinn hinter dem, was man macht.
  • Digitalisierungsprozesse, für die Effizienz, Erleichterung des Alltages = Zeitgenerierung für Schönes
  • Kommunikationsstrategien, für die Kundenbindung Ausbau CRM und persönliches Networking mit coolen Kontakten
  • Sortimentsstrategien, für die Frage was kann man gut und was macht mir wirklich Spaß
  • Persönliche Weiterbildung, mentales Training und Sport! Persönliche Fitness und Kleidergröße 36

Also, liebe Retailer, Augen zu und hinunter mit der alten Plörre!

2024 – Wir kommen!
Das Jahr 2024 wird herausfordernd, keine Frage. Es wird kein Spaziergang und sicher keine Safari. Aber es wird uns voranbringen, es wird definitiv ein Erlebnis, über das wir in spätestens einem Jahr sprechen werden. Prost!

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen, liebe Leser:innen, einen optimistischen Blick auf das Neue, Chancenreiche Jahr 2024! Möge es uns allen Möglichkeiten für Wachstum, Innovation und Freude bringen.

Ein herzliches Dankeschön für Ihre Perspektiven, Meinungen und Impulse im Jahr 2023. Wir freuen uns darauf, auch im kommenden Jahr von Ihnen zu hören und gemeinsam die Zukunft des Handels zu gestalten.

Frohe Feiertage und einen inspirierenden Start ins Neue Jahr!

Mit durstigen Grüßen,
Silvia Talmon

Unsere heutige Kolumnistin
Silvia Talmon

Geschäftsführerin | The Retail Experience GmbH

Silvia Talmon ist Geschäftsführerin der Retail Experience GmbH. Sie gründete 2004 zunächst das Designbüro THE STORE DESIGNERS mit den Schwerpunkten Retail Design und Architektur sowie Retail Digital. 2014 folgte die Gründung von The Retail Academy als freie Bildungsinstitution mit den Schwerpunkten Retail-Beratung und -Weiterbildung. Die mittlerweile fusionierten Produktmarken beraten Kunden wie IKEA, REWE, WMF, Porsche oder Hugo Boss.

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Denken Sie auch manchmal… …früher war vieles besser!
Na, fühlen Sie sich ertappt. Kein Wunder, das geht wohl den meisten so und es gibt ja auch eine Menge wonach man sich zurücksehnen kann.
Nehmen wir mal das Thema Mitarbeiter, oh sorry, Mitarbeitende, ich war doch gerade wieder einen Moment im Früher.
Man hatte als Arbeitgeber die Möglichkeit aus einer Vielzahl von Bewerbungen auszuwählen, man konnte in gewissem Rahmen Ansprüche stellen und sogar über wesentliche Punkte der künftigen Zusammenarbeit verhandeln. Aus heutiger Arbeitgebersicht das reinste Schlaraffenland.
Aber, es gibt wie immer im Leben zwei Seiten. Wer sich vor etwa 30 Jahren selbst beworben hat musste Gas geben, auch mit gutem Ausbildungsabschluss und klarem Fokus auf das was man beruflich erreichen möchte, waren die Hürden hoch den Traumjob zu ergattern. Eine Vielzahl von Konkurrenten machte einem das Leben schwer, oft wurden Kompromisse eingegangen, um beruflich erst einmal Fuß zu fassen. Das war einmal.

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Optimismus in herausfordernden Zeiten…

Ich will nichts mehr davon hören! Mag darüber nicht mehr reden! Von 2023. Diesem Totengräberjahr der guten Stimmung bei den Konsumenten und den diese versorgenden Händlern gleichermaßen. Da wollten wir doch alle nach
den so sonderbar hinter Masken versteckten Gesichtern der schon sehr speziellen Jahre 2020-2022 solide in 2023 durchstarten. Wollten speziell im Handel die wiederkehrenden Massen an Kunden in unseren Läden begrüßen,egal ob als digitale Shopper oder von manchen noch viel dringender erhofft als Kunden aus Fleisch und Blut in den zunehmend verwaisten Läden der
Innenstädte. Nach dem Lieferkettendebakel zuvor waren zumindest die Produkte allesamt wieder da, Social Media war in der Breite als neuer Kommunikationskanal zum Kunden hin entdeckt worden und mit staatlichen Geldern aus dem kollektiven Säckel wurden sogar die Vinylböden der nochmal-
gerade-eben-so geretteten Kaufhaus-Dinos gewienert. Dann kam 2023.
Bumm! Autsch. Bauchlandung!

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Einzelhandel benötigt bedeutsame Erlebnisse | Schwerpunkt Strategie

Der Einzelhandel benötigt bedeutsame Erlebnisse

Robert Thiemann

Gründer und Herausgeber I Frame Magazin

Wir sehen es schon seit Jahren: Kultur als Aktivator des
Einzelhandels. Kunstobjekte und interaktive Installationen sollen den Verkehr steigern und die Verweildauer verlängern. Und es schien zu funktionieren.Schien, denn die Traumehe zwischen Kunst
und Einzelhandel ist ernsthaft unter Druck geraten.Zum besseren Verständnis sollten wir an den Anfang zurückgehen.

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Der Store – ein physisches Cookie | Schwerpunkt CRM

Der Store – ein physisches Cookie

Tim Kälberer

Geschäftsführer I Theo Wormland GmbH

Früher sind unsere Eltern in einen Kaufladen gegangen und kam mit einem Einkaufskorb voller Dinge und einem Lächeln wieder raus. Der Korb war voll, weil der oder die Verkäufer:in seine Kund:innen kannte. Das Lächeln entstand aus demselben Grund. Heute haben wir im Einzelhandel dieselbe Herausforderung, eine Beziehung zu unseren Kund:innen aufzubauen. Und das gleichermaßen online wie offline.

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Wenn man Überschriften glauben soll, ist Omnichannel der heilige Gral und die Lösung für alles im Retail. Stimmt nur bedingt. Denn wie sieht Omnichannel aus?

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