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08. Februar 2022 | Schwerpunkt Arbeitsmarkt

Früher war mehr Lametta!

Denken Sie auch manchmal… …früher war vieles besser!
Na, fühlen Sie sich ertappt. Kein Wunder, das geht wohl den meisten so und es gibt ja auch eine Menge wonach man sich zurücksehnen kann.

Nehmen wir mal das Thema Mitarbeiter, oh sorry, Mitarbeitende, ich war doch gerade wieder einen Moment im Früher. Man hatte als Arbeitgeber die Möglichkeit aus einer Vielzahl von Bewerbungen auszuwählen, man konnte in gewissem Rahmen Ansprüche stellen und sogar über wesentliche Punkte der künftigen Zusammenarbeit verhandeln. Aus heutiger Arbeitgebersicht das reinste Schlaraffenland.

Aber, es gibt wie immer im Leben zwei Seiten. Wer sich vor etwa 30 Jahren selbst beworben hat musste Gas geben, auch mit gutem Ausbildungsabschluss und klarem Fokus auf das was man beruflich erreichen möchte, waren die Hürden hoch den Traumjob zu ergattern. Eine Vielzahl von Konkurrenten machte einem das Leben schwer, oft wurden Kompromisse eingegangen, um beruflich erst einmal Fuß zu fassen. Das war einmal.
Der Arbeitsmarkt hat sich, wie wir alle wissen, um 180 Grad gedreht und vielen Unternehmen fällt es heute schwer, die passenden oder überhaupt Mitarbeitende zu finden.

Häufig ist, insbesondere bei der Personalsuche im Dienstleistungssektor, zu lesen: “Bewerben Sie sich online auf unserer Homepage oder kommen Sie einfach vorbei. Anschreiben und Lebenslauf sind nicht nötig!“.
Ich halte es für fraglich, ob es die richtige Strategie ist die Anforderungen an die Bewerber:innen herunterzuschrauben, in der Hoffnung überhaupt oder vielleicht sogar per Zufall die passenden Mitarbeiter:innen zu rekrutieren.

Heute stehen in unserer Arbeitswelt andere Werte im Vordergrund als in der „guten alten Zeit“! Wertschätzung und Anerkennung, Akzeptanz auf Augenhöhe, Gendergerechtigkeit, Teamwork, Support und Weiterbildung, Work Life Balance und mobiles Arbeiten sind wesentliche Themen, die für die Bewerber:innen in den vergangenen Jahren wesentlich an Bedeutung gewonnen haben. Bei näherem Hinsehen ist das auch gut so, denn all diese Punkte sind wichtig und nachvollziehbar.

Früher haben sich viele Mitarbeiter sicher insgeheim gewünscht, dass diese Themen stärker gelebt werden, haben sich aber möglicherweise aufgrund des starken Arbeitgebermarktes nicht getraut dies zu forcieren.

Führt der veränderte Arbeitsmarkt zu einer grundsätzlichen Verbesserung der Arbeitswelt? Ich finde in weiten Teilen ja!
Insbesondere das Thema mobiles Arbeiten hat mir persönlich in den letzten Jahren zu deutlichem Effizienzgewinn und so viel weniger Flugkilometern geführt. Wunderbar!

Auch das Thema Work Life Balance sollten wir mit einem Blick zu unseren skandinavischen Nachbarn noch einmal neu denken! Dort gilt derjenige, der sein Arbeitspensum nicht in der Regelarbeitszeit erledigt als Underperformer, bei uns häufig noch derjenige, der pünktlich Feierabend macht. Performance statt unnötiger Überstunden resultierend in mehr Freizeit. Ein, wie ich finde, guter Ansatz. Und Teammitgliedern auf Augenhöhe zu begegnen ist wertschätzend und produktiv, das sagen zumindest die souveränen Führungskräfte. Hier sind wir dann beim spannenden Thema Führung von Mitarbeitenden angelangt, dazu dann gerne mehr beim nächsten Mal.
Kommen wir zurück zum unter Personalmangel leidenden Unternehmen, das die Ansprüche an die Bewerber:innen immer weiter zurückgeschraubt hat. Meine Empfehlung ist, das eigene Unternehmen erst einmal auf den Prüfstand zu stellen und zu schauen, inwieweit die heutigen Ansprüche gelebt und umgesetzt werden. Häufig finden Unternehmen, die hier progressiv unterwegs sind leichter neue Mitarbeitende, da sich eines in den letzten Jahrzehnten nicht verändert hat: die günstigste und effektivste Werbung ist die „Mund zu Mund Propaganda“. Image ist alles!

Irgendwie ist doch alles eine Sache der Perspektive. Wie lautet die finale Textzeile des wunderbaren Songs „Always Now“ von Fury in the Slaughterhouse: „The good old days are always now!“
In diesem Sinne: Machen Sie das Beste aus der Gegenwart, sie ist die gute alte Zeit von morgen!

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Die letzten 15 Jahre verbrachte er beim Spielwarenhändler Toys R Us, heute Smyths Toys Superstores. Dort verantwortet er zuletzt das Business in der DACH-Region. Heute ist er Mitglied des Verwaltungsrats bei Smyths Toys und engagiert sich darüber hinaus als Vorstand in zwei Stiftungen, die jeweils Schul- und Bildungsprojekte in Afrika und Deutschland umsetzen, um Bildungschancen für benachteiligte junge Menschen zu verbessern.

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