Januar 2026 | Schwerpunkt Vergütung im Einzelhandel
Das verdient der deutsche Einzelhandel 2026:
Gehälter, Benefits und Trends im Überblick
Wer gewinnt das Rennen um die Zukunft? Die Antwort ist klar: Technologie UND Persönlichkeit.
Der Einzelhandel befindet sich in einer der tiefgreifendsten Transformationen seiner Geschichte. Steigende Kosten, anhaltender Margendruck und eine spürbare Kaufzurückhaltung treffen auf Konsumenten, die hybride, personalisierte und inspirierende Einkaufserlebnisse erwarten. Parallel wächst der Druck auf Unternehmen, effizienter zu werden und neue Erlösmodelle wie Retail Media konsequent zu nutzen. Die Monetarisierung von Daten und Reichweite entwickelt sich zu einem Milliardenmarkt. Wer jetzt in Technologie, datenbasierte Steuerung und Omnichannel-Strategien investiert, sichert sich entscheidende Wettbewerbsvorteile.
Doch aus meiner täglichen Arbeit als Personalberaterin wird klar: Die größte Herausforderung ist nicht Technologie, sondern Talent.
Rückblick 2025: ein Jahr der Selektion
2025 war für viele Händler ein Jahr der Realitätsschärfung. Ein herausforderndes Marktumfeld, geprägt von Kaufzurückhaltung und anhaltend hohen Preissteigerungen, hat bestehende Schwächen offengelegt. Laut europäischen Wirtschafts- und Handelsdaten blieb der private Konsum insgesamt verhalten, während der Fashion-Einzelhandel in vielen Märkten real stagnierte oder leicht rückläufig war.
Gleichzeitig stiegen die Preise für Bekleidung und Schuhe in Europa über mehrere Jahre hinweg kontinuierlich an. Allein zwischen 2021 und 2024 um rund 15–20 %, was die Preissensibilität der Konsumentinnen und Konsumenten weiter verschärfte. Klassische Markenstärke allein verlor damit zunehmend an Wirkung.
Studien zum Konsumentenverhalten zeigen, dass inzwischen mehr als die Hälfte der Käuferinnen und Käufer Kaufentscheidungen nicht mehr primär an Markenbekanntheit, sondern an Haltung, Glaubwürdigkeit und Authentizität knüpfen. Persönlichkeit, Individualität und ein klares Werteverständnis wurden 2025 klar kaufentscheidend. Konsumentinnen und Konsumenten wollen wissen, wofür eine Marke steht und wer sie repräsentiert.
Gerade deshalb wurde es 2025 entscheidend, die richtigen Talente zu finden und zu halten. Employer Branding gewann weiter an Bedeutung: Unternehmen mit klar positionierter Arbeitgebermarke verzeichnen laut HR-Studien signifikant höhere Bindungsraten und geringere Fluktuation. Mitarbeitende wurden stärker denn je zum sichtbaren Gesicht der Marke, nach innen wie nach außen.
Gleichzeitig zeigte sich deutlich: Neue, überraschende Konzepte funktionieren, Austauschbarkeit nicht. Marken und Händler, die Differenzierung, klare Positionierung und glaubwürdige Menschen in den Mittelpunkt stellten, konnten sich trotz des schwierigen Umfelds klar vom Wettbewerb abheben.
Gehälter im Retail: Was sich 2026 abzeichnet
Gehälter bleiben eines der zentralen und sensibelsten Themen im Retail. Die Unterschiede zwischen Segmenten sind weiterhin deutlich und werden auch 2026 bestehen bleiben. Während Store Manager im Luxury Retail Base Salaries von bis zu 150.000 Euro erzielen können, liegen vergleichbare Positionen im klassischen Retail häufig zwischen 60.000 und 80.000 Euro. Diese Lücke wird sich nicht vollständig schließen, erhöht aber den Druck auf Unternehmen außerhalb des Luxussegments, zumindest in Schlüsselpositionen wettbewerbsfähiger zu werden.
Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus spürbar. Fixgehälter allein reichen nicht mehr aus, um Talente zu gewinnen oder zu halten. Benefits entwickeln sich vom Zusatzargument zum entscheidenden Differenzierungsfaktor. Besonders gefragt sind Angebote, die auf Wohlbefinden, Flexibilität und eine bessere Work-Life-Balance einzahlen: intelligentere Schichtmodelle, höhere Planbarkeit, Gesundheits- und Sportangebote sowie gezielte Weiterbildungsprogramme. Viele Kandidatinnen und Kandidaten bewerten heute das Gesamtpaket – Kultur, Führung und Entwicklungsperspektive – mindestens genauso hoch wie das Gehalt.
Customer Experience 2026: Mehr als nur Shopping
Customer Experience entscheidet 2026 über Frequenz, Bindung und Umsatz. Kunden bewegen sich selbstverständlich zwischen online und offline, vergleichen permanent und erwarten individuelle Ansprache statt standardisierter Beratung. Vertrauen wird zum zentralen Wert, ebenso wie die Fähigkeit, immer wieder neue Impulse zu setzen. Reine Verkaufsflächen sind schon lange nicht mehr genug: Stores müssen inspirieren, überraschen und emotional andocken. Dabei zeigt sich immer wieder, dass Technologie allein kein Erlebnis schafft. Entscheidend sind die Menschen, die sie nutzen: ihre Kompetenz, ihre Persönlichkeit und ihre Fähigkeit, echte Beziehungen aufzubauen.
Die zentralen Handlungsfelder für 2026
Der Blick nach vorn zeigt klare Prioritäten. Omnichannel-Exzellenz wird zur Grundvoraussetzung, Silodenken zum Wettbewerbsnachteil. Investitionen in Technologie, von KI-gestützten Prozessen über moderne POS-Systeme bis hin zu datenbasiertem Marketing, sind kein Zukunftsthema mehr, sondern Pflicht. Gleichzeitig müssen Employer Branding und Recruiting schneller, authentischer und sichtbarer werden, insbesondere über digitale und soziale Kanäle. Personalisierung und Servicequalität entwickeln sich zu echten Differenzierungsmerkmalen, während neue Umsatzquellen wie Retail Media und datenbasierte Services gezielt ausgebaut werden.
Fazit: Gewinner haben Profil.
Der Retail 2026 ist digital, datengetrieben und zugleich zutiefst menschlich. Technologie entscheidet über Effizienz. Persönlichkeit entscheidet über nachhaltigen Erfolg.
Während der Gesamtmarkt unter Kostendruck bleibt, werden Gehälter gezielt dort steigen, wo kritische Fähigkeiten knapp sind. Das betrifft insbesondere die Bereiche Digital, Data, Omnichannel, Supply Chain und ESG, sowie markenprägende Führungs- und Schlüsselrollen.
Bereits heute zeigen Markt- und HR-Daten, dass Unternehmen in diesen Funktionen überdurchschnittliche Gehaltsentwicklungen, gezielte Bonusmodelle und erweiterte Benefit-Pakete einsetzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Gleichzeitig verlieren Marken und Unternehmen ohne klare Identität und ohne attraktive Angebote für Talente weiter an Relevanz.
Wer konsequent in Menschen investiert, wettbewerbsfähige Gehaltsstrukturen mit überzeugenden Benefits verbindet und eine glaubwürdige Markenpersönlichkeit lebt, sichert sich nicht nur Talente, sondern die Zukunft des Geschäfts. Im Retail der kommenden Jahre werden nicht die größten, sondern die klar positionierten Unternehmen gewinnen.
Gehaltsreport 2025 | Nigel Wright Group DE
Unsere heutige Kolumnistin
Angela Romano
EXECUTIVE SEARCH FASHION & BEAUTY | NIGEL WRIGHT GROUP
Angela Romano ist seit 2022 Teil der Nigel Wright Group in Düsseldorf und verantwortet die Bereiche (Luxus-)Mode & Lifestyle sowie Beauty & Kosmetik. Mit ihrer umfassenden Marktexpertise und ausgeprägten Führungskompetenz verfolgt sie das Ziel, Kunden und Kandidaten die bestmögliche, gewinnbringende Beratung und Unterstützung zu bieten, gestützt auf ihre internationale Erfahrung. Für Angela sind langfristige Partnerschaften sowie eine offene und ehrliche Kommunikation von zentraler Bedeutung.
Vor ihrem Einstieg bei Nigel Wright bekleidete sie verschiedene Führungspositionen in renommierten Premium- und Luxus-Warenhäusern und trug dort maßgeblich zum Unternehmenserfolg und zur strategischen Weiterentwicklung bei. Ihre berufliche Laufbahn begann in der Automobilindustrie, wo sie fundierte Kenntnisse über betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und Prozesse erwarb.
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