Meine persönlichen Highlights
- Die skulpturale Wendeltreppe ist für mich ganz klar der Star des Stores. Kupferfarben, geschwungen und schon vom Schaufenster aus sichtbar, wird sie zum verbindenden Element über die drei Etagen und fast selbst zum Kunstobjekt.
- Der vor Ort gegossene Terrazzoboden, strukturierter Putz, Terrakotta, Holz, Eisen und Kupfer schaffen eine sehr warme Form von Luxus. Hochwertig, aber nicht glatt oder steril.
- Besonders schön finde ich den Bezug zur eigenen Geschichte. Das Konzept orientiert sich am historischen Max-Mara-Hauptsitz in Reggio Emilia von 1958. Heritage wird hier nicht ausgestellt, sondern zeitgemäß in Architektur und Materialien übersetzt.
- Auch die Möbel erzählen diese Geschichte weiter. Die Innenarchitektur wird ausschließlich von Arbeiten weiblicher Designerinnen geprägt. Dazu gehört das historische „Stringa“-Sofa von Gae Aulenti, das bereits in der allerersten Mailänder Max-Mara-Filiale eingesetzt wurde.
- Beim Visual Merchandising passiert dagegen erstaunlich wenig und genau das funktioniert. Viel Weißraum, lange klare Warenlinien und einzelne Accessoires als Akzente lassen Kollektion und Architektur gleichermaßen wirken.
Was wir daraus lernen können
- Heritage wird dann interessant, wenn man es weiterentwickelt. Max Mara kopiert die eigene Vergangenheit nicht, sondern greift sie über Materialien, Möbel und Architektur auf und übersetzt sie in ein Store Design, das heute funktioniert.
- Luxus braucht nicht mehr, sondern die richtigen Details. Materialität, Proportionen und eine sehr ruhige Warenpräsentation geben diesem Store seine Wertigkeit. Nichts muss um Aufmerksamkeit kämpfen.
Fazit
Für mich ist dieser Store ein sehr schönes Beispiel dafür, wie zeitgemäßer Luxus aussehen kann. Klar und zurückhaltend, aber mit genug Wärme, Geschichte und handwerklichen Details, damit der Raum Persönlichkeit bekommt.
Und dass dieses Konzept künftig auch international ausgerollt werden soll, macht München als ersten Standort natürlich besonders interessant.