Was diesen Store besonders macht
- Schon die Fassade zeigt, wie konsequent das Konzept gedacht ist. Grauer Beton bestimmt das Bild, während der tiefrote Eingang einen starken Kontrast setzt. Sehr reduziert, aber definitiv nicht zu übersehen.
- Innen wird die Materialwelt wärmer. Besonders gefällt mir der Wechsel von Beton und Metall zu den dunklen Holzflächen. Auf den Bildern sieht man schön, wie dadurch einzelne Bereiche fast wie kleine Räume im Raum entstehen.
- Auch die Warenpräsentation bleibt konsequent. Die Schuhe sitzen einzeln in einem präzisen Raster, daneben werden Modelle mit Informationen inszeniert. Nichts wirkt überladen und trotzdem gibt es viel zu entdecken.
- Mein persönliches Highlight ist die große Sitzlandschaft aus Holz und hellem Polster. Gerade in diesem sehr klaren, fast architektonischen Umfeld bringt sie etwas Wohnliches hinein und macht aus Verkaufsfläche einen Ort, an dem man auch mal bleiben möchte.
Was sind meine Learnings
- Eine internationale Marke muss nicht überall gleich aussehen, um überall wiedererkennbar zu sein. Wenn die eigene Designsprache stark genug ist, kann lokale Architektur Teil der Markenidentität werden.
- Lokaler Bezug funktioniert für mich dann besonders gut, wenn er nicht dekorativ aufgesetzt wird. Hier steckt São Paulo nicht in ein paar Bildern an der Wand, sondern in Materialität, Raumführung und Architektur.
Fazit
Ich mag diesen Ansatz sehr. Weil On hier nicht versucht, São Paulo ein Schweizer Storekonzept überzustülpen. Die Marke bringt ihre eigene Handschrift mit und lässt gleichzeitig genug Raum für die Stadt.
Und vielleicht ist genau das die spannendere Form von internationalem Retail: nicht überall gleich aussehen, sondern überall eindeutig dieselbe Marke bleiben.