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Interview │ Retail-Welt 2018

Was wird die Retail-Welt 2018 bewegen? │ Ein Interview mit Caroline Zöller

Der Beginn eines neuen Jahres ist ein günstiger Zeitpunkt, um einen Ausblick auf kommende Trends und spannende Themen zu wagen, die die Retail-Welt 2018 beschäftigen werden.
Wir haben mit Caroline Zöller gesprochen, Geschäftsführerin der Kölner Kommunikationsagentur Forteam und Digital-Signage Expertin.

Frau Zöller, was ist Ihrer Meinung nach ein großes Thema für den Handel im kommenden Jahr?

Ein großes Thema ist nach wie vor die persönliche Kommunikation mit dem Kunden, denn die wünschen sich, dass auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird und sie in ihrer aktuellen Befindlichkeit abgeholt werden. Die große Herausforderung für den Handel ist hier, diese Wünsche auszumachen und deren Bedienung online und im Laden anzubieten.

Wie ist das umsetzbar?

Es müssen Kontaktpunkte mit den Kunden geschaffen werden, um mehr über sie und ihre Bedürfnisse zu erfahren. Die Schwierigkeit dabei ist, dass Menschen ihre Wünsche und persönlichen Informationen nicht einfach so preisgeben möchten. Es gilt Anwendungen zu finden, mit denen der Spagat gelingt, den Kunden Informationen zu entlocken und gleichzeitig das besonders in Deutschland großgeschriebene Thema „Datenschutz“ zu berücksichtigen.

Inwiefern wurden solche Anwendungen im Retail bereits eingesetzt?

Tracking kann für den Händler ein Weg sein, mehr über seine Kunden zu erfahren. Diese Systeme analysieren die Bewegungen des Kunden im Laden und registrieren beispielsweise, welcher Kunde sich zu welcher Zeit wo aufhält und welche aktuellen Services oder Angebote genutzt oder gekauft werden. Mit den Ergebnissen können Angebot und Nachfrage aufeinander abgestimmt werden und somit das Warenangebot optimiert werden.

Altbekannte Beispiele für solche Trackingsysteme sind Touchscreens mit integrierter Kamera, die registrieren, wer vor ihnen steht. Auch Beaconsysteme, zum Beispiel in Leuchten eingebaut, können entsprechendes Datenmaterial liefern. Doch der Einsatz von Kameras im Laden sollte wohl bedacht sein. Erst kürzlich scheiterten Projekte daran, dass Kunden nicht per Kamera erfasst und ausgewertet werden wollten, auch wenn die Anwendung ihnen helfen sollte, indem beispielsweise Wartezeiten verkürzt werden oder Screens nur aktuelle, zielgruppengenaue Werbung zeigen.

Was sind weitere Trends, die uns 2018 begegnen werden?

Ich freue mich auf Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) Anwendungen am Point of Sale und auch für unterwegs. Mit Veröffentlichung von iOS11 wurden alle iPhones AR-fähig und Apple zur größten Augmented Reality-Plattform der Welt. Das hat uns Nutzern schon viele nette Anwendungen beschert. Mein aktueller Liebling: „IKEA Place“, eine App mit der die Möbel des schwedischen Anbieters virtuell und maßstabsgetreu im Raum platziert werden können. Solche Anwendungen haben viel Potential und können neben dem Spielerischen zukünftig einen echten Nutzen bieten.